logoblogg.de • Elektrische Zigarette 

Montag, 15.10.2007

New York City in 48 Stunden

Vor zwei Wochen habe ich meine Mitstudenten aus Hong Kong, die in New York ihr Auslandsemester verbringen, besucht und ganze 48 Stunden für Besichtigungen mitgebracht.

Insgesamt war es allerdings weniger stressig als es sich anhört.

Am Flughafen angekommen konnte ich glücklicherweise eine Maschine eher nehmen und war demnach ungefähr drei Stunden früher in New York als erwartet. Matthew (der in Manhatten wohnt und bei dem ich auch übernachtet habe) war noch fleißig in der Uni, und damit habe ich meine ersten Stunden im Central Park verbracht und Besichtigungen geplant.

Und was stand am Ende auf der Liste?

Natürlich die Freiheitsstatue...


...das Empire State Building (incl. dem Observationdeck)...










...ein Bierchen im Hard Rock Cafe direkt am Times Square...





...die Wall Street...




...Ground Zero...



...(für den kulturellen Anspruch) ein Tag im Museum...



...genau genommen zwei Tage (das Metropolitan musste natürlich auch sein)...




...und dann waren die 48 Stunden auch schon fast um.

New York ist schon eine spannende, wahnsinnig lebhafte und sehr internationale Angelegenheit. Und ich habe dort auch die eine oder andere witzige Geschichte erlebt.

Zum Beispiel saß ich mit Matthew und zwei anderen Studenten in einer Studentenkneipe, haben schön gequatscht, und ein bis drei Bierchen getrunken. Also war es nicht zu verwunderlich, dass wir als perfekte Zielgruppe von einem Bier-Promotion-Team wahrgenommen wurden. Ihr kennt die ja. Meistens sind es zwei, drei Mädels, die eine spezielle Biermarke vertreten, sich mit Gratiskostproben den (surprise, surprise) meist männlichen, potenziellen Kunden nähern... und versuchen neue Bestellungen zu generieren.

Die Situation ist soweit klar? Ich sitze mit einem Kollegen aus Hong Kong, einem Kolumbianer und einem Argentinier im Herzen New Yorks in einem Pub... und zwei amerikanische Mädels stellen uns

Pilsner Urquell auf den Tisch. Wie gesagt, sehr international.

Dienstag, 02.10.2007

Hong Kong ist doch gar nicht so weit weg

Vorletzten Sonntag wurde hier in Toronto eine internationale Informationsveranstaltung für MBA-Programme abgehalten: Die MBA World Fair. Als netter, hilfsbereit Fast-Alumnus habe ich selbstverständlich zusammen mit einer Alumna aus Toronto unsere Uni in Hong Kong repräsentiert, Fragen von Interessenten beantwortet und meine Erfahrungen authentisch geteilt. Das war schon ein großer Spaß.

Allerdings noch unterhaltsamer wurde es bei einem Gespräch mit einem Nordamerikaner. Wir haben zweifelsfrei die Hong Kong University of Science and Technology vertreten. Das hat auch unser kanadischer Freund festgestellt. Und ab dann wurde es wirklich lustig - bei der Frage: "Mal ehrlich. Die Uni ist zwar in Hong Kong. Aber muss ich da wirklich hin, um den Abschluss zu machen?"

Was kann dazu die Antwort nur sein?

"Nein, natürlich nicht. Hong Kong ist kleiner, verträumter Ort im Süden Ontarios. Das kannst Du hin laufen, mein Freund."

Ehrlich... ich hatte den Eindruck, dass seine kleine Welt flach ist und geformt wie die nördliche Hälfte des amerikanischen Kontinents.

Was mich übrigens zu der Frage bringt, weshalb ein Fünftel der Amerikaner die USA auf einer Landkarte nicht findet.

Ach, die Amerikaner haben dazu ja auch schon eine Antwort: http://www.youtube.com/watch?v=WALIARHHLII

Niagara Fälle: Ein Muss

Ganz ehrlich. Würdet ihr mich wieder nach Deutschland lassen, ohne Fotos von den Niagara Fällen mitzubringen? Oder mir glauben, dass ich überhaupt in Kanada gewesen bin?

Um kein Risiko einzugehen, bin ich vorletzten Samstag los, um mir die Fälle mal anzuschauen.

Eine kleine Anmerkung sei an dieser Stelle angebracht. Den Freitag vor diesem besagten Samstag habe ich mit ein paar Mitstudenten genutzt, um das erste Barbecue hier in Toronto zu begehen. Das Barbecue hat natürlich in einem Pub in meiner Nähe geendet, sodass ich um halb drei wusste, während ich meinen Wecker optimistisch auf halb sechs stellte, dass ich meinen Bus um kurz nach sieben wohl mit großer Wahrscheinlichkeit verpassen werde. Ich hatte nicht nur Recht, sondern wusste auch, dass ein paar Austauschstudenten sich einen Wagen gemietet haben und um kurz nach neun losfahren würden. Und ihre freundliche Einladung war demnach auch mein Backupplan. Wie auch immer, meine "kleinen Augen" auf den Fotos haben also nichts mit einer tiefstehenden Sonne zu tun. Aber was tut man nicht alles, um Euch Fotos von den Niagara Fällen zu besorgen.

So sehen die übrigens aus:




...und so, wenn ich nicht im Bild stehe:


Das ist schon sehr eindrucksvoll, aber wir wollen uns die Fälle doch mal aus der Nähe anschauen. Also, 14 Dollar investiert und dem Pfeil gefolgt.

Dank meines filigranen Erscheinungsbildes konnte ich mich relativ weit vorne in den Bug positionieren, um Euch dieses Bild zu kredenzen:


Das sind die Niagara Fälle. Sehr beeindruckend - auf dem ersten Blick. Als ich mich allerdings nach zehn Minuten an den Anblick gewöhnt hatte, kam ich unweigerlich zu der Feststellung: Okay, das sind die Niagara Fälle. Nicht schlecht... aber... irgendwie habe ich mir die doch imposanter vorgestellt. Das hat man davon, wenn man als kleines Kind "Superman 1" geschaut hat und sich nun an die Szene erinnert, in der Clark Kent/Superman das Kind vor dem Fall in die Niagara Fälle bewahrt. Das sah alles viel größer aus im Fernsehen... vor gut 20 Jahren.

Dienstag, 25.09.2007

Quebec: Eine französische Insel in Nordamerika


Vorletztes Wochenende sind Lloyd (der aus Australien) und ich zur persönlichen kulturellen Fortbildung nach Montreal. Kaum angekommen haben wir uns am späten Nachmittag für eine kurze Erkundungstour entschieden... und für ein isotonisches Hefegetränk.

Wir sind schließlich in einem Bezirk angekommen, in dem nicht nur verdächtig viele regenbogenfarbende Fahnen hingen, sondern auch die Häuser auch so aussahen:


Und damit komme ich auch schon zu meinem Rätsel in diesem Eintrag: Wieviele Frauen sind auf diesem Foto?



Um das Ende zu verraten, schließlich wurde der Pub noch richtig voll... und vier Frauen haben sich dann doch noch eingefunden. Was allerdings auch nichts geändert hat... denn die hatten sich auch sehr lieb - so untereinander.

Vielleicht hätten wir auch stutzig werden können, als wir in unserem Reiseführer etwas von "gayest city in Canada" gelesen haben. Aber den kulurellen Austausch haben wir dann doch auf Wortwechsel beschränkt.

Irgendwann haben wir uns dann aus diesem Lokal verabschiedet (schweren Herzens) und sind dann los, um Montreal zu entdecken.

Wenn man in Old Montreal unterwegs ist, fühlt man sich ins historische Frankreich versetzt. Kopfsteinpflaster, kleine Gassen, Basiliken.



Für die Mädels unter Euch: Richtig, hier hat Celine Dion geheiratet. Stoßseufzer und "Ohhhh... ist das schööön." sind an dieser Stelle ausnahmsweise gestattet.



Das hier ist natürlich Lloyd... und keiner, den ich aus dem ersten Bistro aufgegabelt habe. Natürlich.

Aber verblüffend ist wirklich, dass in Quebec die erste Sprache Französisch ist und damit natürlich auch alle Straßenschilder. Das wirkt schon sehr skurril in Nordamerika.

Vorallem wenn dann auch plötzlich aus "Starbucks Coffee" dann "Café Starbucks Coffee" wird. Verrückt.


Ansonsten haben wir dann das abendliche Programm in Montreal noch sehr genossen und sind am Freitagabend zu einem angesagten Club marschiert. Man muss wissen, dass ab 2 Uhr nachts kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden darf. Und wer hat nach 2 Uhr noch geöffnet, wenn man keinen Alkohol verkaufen kann? Niemand. Genau genommen fast niemand.

Wie auch immer dieser Club schloss auch schon um zwei. Nur verrate mir mal einer, warum der erst um elf öffnet?

Nun... unsere dreistündige Clubnacht war dann auch schon um zwei vorbei. Das haben wir doch gut hinbekommen.

Alles in allem, war Montreal eine sehr interessante Erfahrung, und einen Besuch hier kann ich nur "wärmstens" empfehlen.
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Donnerstag, 20.09.2007

Bildungsniveau der (Nord-)Amerikaner: Eine Theorie


Die ersten Kurse sind gestartet - und die ersten Kursbücher sind natürlich damit auch schon gekauft.

Das erste Buch, das ich erstanden habe, kostete auch nur 172 kanadische Dollar. Unglaublich... das teuerste Buch aller Zeiten!

Aber das Preisniveau ist auch nur hier so hoch. Denn habt ihr schon einmal etwas von "International Editions" gehört? Das sind Ausgaben der exakt selben Bücher, die überall verkauft werden dürfen - nur halt nicht in den USA und Kanada. Surprise, surprise... denn zufällig sind diese Ausgaben auch nur rund 30% bis 60% günstiger.

Feststellung 1: Kursbücher, oder "textbooks" wie die Bücher fürs Studium und den Schulunterricht in Englisch heißen, sind deutlich teurer im Herstellungsland als in allen anderen Ländern.


"Textbooks" ist dann natürlich das zweite Stichwort. Warum heißen "textbooks" textbooks? Dass Text in Büchern steht, ist für uns nicht Neues - und genau genommen der Normalfall.

Wenn Nordamerikaner nicht mit Text in normalen Büchern rechnen, was ist denn sonst in den Büchern abgedruckt?

Feststellung 2: Dass Bücher Text enthalten, ist nach ethymologischer Herkunft die Ausnahme.


Ergo, Bücher, die Text enthalten und vornehmlichen in Schulen und Universitäten zu finden sind, sind überdurchschnittlich hochpreisig. Wenn wir uns vor Augen führen, dass nach volkswirtschaftlichen Grundprinizipien im Normalfall die Nachfrage mit steigendem Preis zurückgeht, dann würde die Nachfrage nach Textbüchern und im weiteren Sinn nach Bildung zurückgehen. Macht Sinn?

Diese Schlussfolgerung ist weder empirisch belegt, noch wissenschaftlich haltbar, und stellt lediglich einen Erklärungsversuch für das Zustandekommen des folgenden Videos dar (in Englisch, trotzdem sehr einsichtsreich): http://www.youtube.com/watch?v=fJuNgBkloFE

Übrigens, den besagten Kurs habe ich nach der ersten, leicht enttäuschenden Vorlesung gegen einen anderen getausch. Wenn also jemand ein gut erhaltenes Buch über "Operations Strategy" sucht, ich hätte eines im Angebot. Für den zweiten Kurs habe ich dann ein deutlich günstigeres Buch gekauft... für nur 140 Dollar. Ein Schnäppchen.

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Mittwoch, 05.09.2007

Toronto: 1 Stadt, 100 Kulturen

Unglaublich wie international diese Stadt hier ist. Am Wochenende wurde hier in Little Italy kurzerhand eine Straße gesperrt und zur italienischen Festmeile erklärt. Alle paar Meter wurde auf einer Bühne gesungen, Hunderte von Menschen flanierten entlang oder saßen auf Terrassen genüßlich Pasta verzehrend.

Das Ganze am späten Abend gegen neun, bei 22 Grad Außentemperatur.

Da kam natürlich mediterranes Urlaubsfeeling auf.

Übrigens nicht nur bei mir, sondern auch bei zweien meiner Austauschstudenten: Pascal aus der Schweiz und Lloyd aus Australien.


Die internationale Stimmung lässt natürlich hoffen auf mehr.

Apropos international: Ratet doch mal, wo das größte Oktoberfest der Welt außerhalb Deutschlands ist?

Freitag, 31.08.2007

HOOTERS in Toronto: Entertainment pur


Die Benennung der Stadtteile hier macht es dem Durchschnittsfremden schon recht einfach. Die offiziellen Bezeichnungen lauten "China Town", "Little Italy", "Greek Town", etc.

Und gestern haben zwei weitere Austauschstudenten und ich uns zur Erkundung eines sehr speziellen Stadtteils aufgemacht - den "Entertainment District".

Kaum dort angekommen ist es uns auch schon ins Auge gefallen: Das HOOTERS.

Wenn man den Berichten und Gerüchten glauben schenken konnte, dann würden wir von einem Auflauf fantastisch aussehender, intellektuell wenig präsenter Mädels begrüsst und unterhalten werden. Mensch, das konnte doch nur unterhaltsam werden.

War es dann auch, wenn auch eher unfreiwillig.

Die Mädels dort hatten unterhaltsam dicke Hintern (warum essen die auch ihren eigenen Kram) und die Getränke waren unterhaltsam teuer (eine kleine Flasche Bier kam zwischen vier und fünf Euro).

Nach zwei, drei Bierchen, irgendetwas fritiertem (genau genommen stehen in der Speisekarte im Ganzen nur zwei Gerichte, die nicht fritiert sind) und soviel Unterhaltung waren wir eine Bar später auch schon wieder auf dem Rückweg.

Also, wenn das kein Entertainment war.

Stiftung Kaffeetest

Ich überrasche wahrscheinlich niemanden, wenn ich mich hier und heute als beinahe koffeinabhängig oute - oder um politisch korrekt zu bleiben, zum ausgesuchten Kreise der Kaffeegourmets gehöre.

Unter diesem Gesichtspunkt ist Toronto natürlich fast paradiesisch mit drei großen Kaffeeketten: Starbucks, Second Cup und Tim Hortons.

Ich bin jetzt gut zehn Tage hier und habe natürlich den ersten Vergleichstest hinter mich gebracht - und dabei die ersten Resultate erhoben.

Am Dienstag war die Tagesaufgabe recht einfach: einen Kaffee am Lake Ontario trinken. Das hat auch geklappt, war allerdings nicht so einfach wie gedacht. Ich habe nach 45-minütiger Suche nur eine Lokalität gefunden: Second Cup.


Auch wenn sich Second Cup und Starbucks (mein heimlicher Favorit übrigens) geschmacklich wie auch preislich ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern, so muss ich Second Cup definitiv Bonuspunkte für die Aussicht zu gestehen.

Aber wir werden diese beiden Kaffeekünstler weiter beobachten und bewerten - es bleibt spannend.

Tim Hortons hat sich allerdings die Bronzemedaille verdient. Mit durchschnittlichem Kaffee, dabei moderaten Preisen ist der Ort nicht verkehrt, um für einen Kaffee einzukehren... solange man schnell wieder verschwindet.

Denn dem aufmerksamen Auge entgeht dieses Schild nicht, das in etwa lautet "Kein Rumlungern, bitte - Zeitlimit 20 Minuten. Danke."

Wer gemütlich seinen Kaffee trinken, dabei etwas lesen und GRATIS im Internet surfen möchte, der ist definitv bei Starbucks besser aufgehoben.

Soviel von der Kaffeefront.

Samstag, 25.08.2007

Unterkunft und Euphemismus


Meine Unterkunft wurde von langer Hand vorgeplant. Ich wollte ein paar Dollar sparen, um die wiederum in Flugtickets zu investieren. Drum habe ich mich für ein gemütliche 6er-WG entschieden - im Tartu College (www.tartucollege.ca).

Die Lage könnte nicht besser sein: Downtown, zehn Minuten zur Uni, acht Minuten zu den Lokalitäten nächtlichen Entertainments.

Aber...

Kurzer Exkurs: In Hong Kong noch habe ich mich bei den Austauschstudenten meiner Gastuni schlau gemacht, was denn so eine vernünftige Unterkunft in Toronto kosten wird. Antwort: 1.000 Kanadische Dollar pro Monat. Tartu kostet 500 - noch Fragen?

Die Unterkunft würde ich als billig bezeichnen - ein besserer Euphemismus für "wenig bezahlt, wenig bekommen" fällt mir auch nicht ein.

Gut, die Zimmer sind nicht besonders groß - aber sauber. Die Badezimmer sind nicht besonders viele - aber sauber. Die Küche... ist da.

Nachdem ich fast alleine bin im Moment, habe ich jetzt Zustände hergestellt, die die Weltgesundheitsorganisation auch wieder abnehmen würde.

Vier Monate, ein Backofen, eine Mikrowelle und ein (eigener!) Kühlschrank werden mich schon nicht verhungern lassen.

Bierchen und Komplimente


Kaum war ich in Toronto angekommen, habe ich mir einen meiner WG-Nachbarn geschnappt, um ein Bierchen trinken zu gehen - für den interkulturellen Austausch versteht sich, denn so macht man das hier (was ich persönlich natürlich abstoßend finde, aber das nur am Rande, man passt sich halt an).

Kaum waren wir eingekehrt und haben uns für das weltbekannte "Alexander Keiths" (die Kanadische Antwort auf ein richtiges Bier) entschieden, kam es zu einer netten Aufforderung, die jemand der kurz vorm Fegen steht (die in niedersächsischen Bräuchen bewanderten unter Euch verstehen mich), schon seit einiger Zeit nicht mehr hört: "May I see your ID, please?"

Berücksichtigen wir das Kanadische Recht würde die Frage auf Deutsch ungefähr so klingen: "Na... sind wir denn schon 19?"

Nachdem ich aufgehört hatte zu lachen, wurde mir die Frage doch als Kompliment verkauft.

Naja... das nehmen wir doch gerne an.